Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS Test: Aus der Sicht eines Landschaftsfotografen

Fine art photographer Philipp Elverfeld holding the Sony FE 100-400mm F4.5-5.6 GM OSS telephoto lens mounted on a Sony Alpha 7R VI camera.

Als ich die Photo Days bei FOTOPROFI in Tübingen besuchte, hatte ich die Gelegenheit, mehrere Sony-Teleobjektive unter realen Bedingungen zu testen. Darunter waren das neue Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS und das beeindruckende Sony FE 400–800 mm F6.3–8 G OSS.

Als Landschafts- und Architekturfotograf lag mein fotografischer Schwerpunkt traditionell auf Weitwinkelperspektiven, dramatischen Berglandschaften, Wäldern und architektonischen Details. Dennoch faszinieren mich schon lange die kreativen Möglichkeiten, die Teleobjektive bieten. Von der Fotografie von Wildtieren wie Rotwild in ihrem natürlichen Lebensraum bis hin zur gezielten Isolation weit entfernter Berggipfel oder der Verdichtung ganzer Täler in einem einzigen Bild ermöglichen Teleobjektive Fotografen, die Welt aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten.

Was mich am Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS besonders interessierte, war seine einzigartige Kombination aus Vielseitigkeit, Bildqualität und einer konstanten Lichtstärke von F4.5 über den gesamten Zoombereich. Es verspricht professionelle Leistung und bleibt gleichzeitig kompakt genug für Wanderungen, Bergfotografie und lange Tage draußen in der Natur.

In diesem Test möchte ich meine persönlichen ersten Eindrücke und Erfahrungen mit dem Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS teilen. Außerdem möchte ich erklären, warum ich es trotz seiner herausragenden Leistung aufgrund seines Preises von 4.999,00 € wahrscheinlich in nächster Zeit nicht in meine eigene Fotoausrüstung aufnehmen werde – und warum es dennoch eines der besten derzeit erhältlichen Sony-Objektive für diejenigen ist, die bereit sind, entsprechend zu investieren.

Landscape photographer Philipp Elverfeld testing the Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS and Sony FE 400–800 mm F6.3-8 G OSS telephoto lenses during the Sony Photo Days at FOTOPROFI in Tübingen, Germany.

Warum ich mich für das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS entscheiden würde

Einer der Hauptgründe, warum ich mich für das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS anstelle des größeren Sony FE 400–800 mm F6.3–8 G OSS entscheiden würde, ist die ausgewogene Kombination aus Leistung, Größe und Mobilität.

Trotz seines beeindruckenden Brennweitenbereichs und der konstanten Lichtstärke von F4.5 bleibt das Objektiv überraschend handlich. Mit Abmessungen von lediglich 119,8 × 328 mm und einem Gewicht von 1.840 g ist es immer noch ein Objektiv, das realistisch einen Platz im Fotorucksack für Wanderungen, Bergtouren und längere Tage draußen finden kann.

Was mir während des Tests sofort auffiel, war das hervorragende Handling. An meiner Sony Alpha Kamera fühlt sich das Objektiv bemerkenswert ausgewogen und angenehm an. Selbst ohne Stativ konnte ich problemlos aus der Hand fotografieren. Damit ist es eine praktische Wahl für Fotografen, denen Mobilität wichtiger ist, als große Mengen an Ausrüstung mit sich zu tragen.

Das Sony FE 400–800 mm F6.3–8 G OSS ist zweifellos ein beeindruckendes Objektiv und bietet eine enorme Reichweite. Mit einem Gewicht von 2.475 g und Abmessungen von 119,8 × 346 mm spielt es jedoch in einer ganz anderen Kategorie. Während die zusätzliche Reichweite insbesondere für spezialisierte Wildlife-Fotografen wertvoll sein kann, machen die größeren Abmessungen und das zusätzliche Gewicht es zu einem Objektiv, das ich wahrscheinlich häufiger zu Hause lassen würde.

Natürlich ist auch das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS kein Objektiv, das ich auf jede einzelne Reise mitnehmen würde. Dennoch bietet es eine hervorragende Balance zwischen Reichweite, Bildqualität und Mobilität. Für meine Art der Fotografie ist genau diese Balance häufig wichtiger als die größtmögliche Brennweite.

Feine Details bei 400 mm – selbst das Schutznetz rund um den Glockenturm wird klar aufgelöst und demonstriert die herausragende Schärfe des Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS.

Feine Details bei 400 mm – selbst das Schutznetz rund um den Glockenturm wird klar aufgelöst und demonstriert die herausragende Schärfe des Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS.

Bildqualität und Autofokus des Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS

Bei der Bildqualität kann das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS seine Stärken besonders deutlich ausspielen.

Das unten gezeigte Foto wurde bei 400 mm aufgenommen und demonstriert eindrucksvoll, wie viele Details dieses Objektiv auflösen kann. Selbst das feine Schutznetz rund um den Glockenturm wird mit bemerkenswerter Klarheit wiedergegeben, während architektonische Details, Texturen und Kanten im gesamten Bild scharf bleiben.

Was mich während des Tests besonders beeindruckt hat, war die Konstanz der optischen Leistung über den gesamten Zoombereich. Die Schärfe bleibt von 100 mm bis hin zu 400 mm hervorragend. Gleichzeitig sorgen ein ausgezeichneter Kontrast und feine Mikrokontraste dafür, dass die Möglichkeiten moderner hochauflösender Sony-Kameras voll ausgeschöpft werden können.

Die Autofokusleistung ist ebenso beeindruckend. Egal ob bei Vögeln, Wildtieren oder anderen bewegten Motiven – das Objektiv erfasst das Motiv nahezu augenblicklich und verfolgt es mit außergewöhnlicher Präzision. Während meines gesamten Tests arbeitete der Autofokus konstant schnell, zuverlässig und präzise.

Im Vergleich zu vielen Telezoomobjektiven, die ich im Laufe der Jahre verwendet habe, fühlt sich das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS wie eine völlig andere Klasse an. Sony hat die Leistung hier deutlich über das hinaus gesteigert, was viele Fotografen von einem Zoomobjektiv dieser Kategorie erwarten würden.

Auch die Verarbeitungsqualität ist beeindruckend. Das Objektiv fühlt sich ausgesprochen hochwertig an und vermittelt bereits beim ersten Anfassen Vertrauen. Der Zoomring arbeitet geschmeidig und präzise, sodass man schnell auf wechselnde Situationen und sich schnell bewegende Motive reagieren kann. Egal ob bei Wildtieren, Vögeln im Flug oder Sportveranstaltungen – das Objektiv vermittelt nie das Gefühl, den Fotografen auszubremsen.

Für Fotografen, die sowohl eine herausragende Bildqualität als auch eine professionelle Autofokusleistung verlangen, setzt das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS einen sehr hohen Maßstab.

400-mm-Vollformataufnahme im Vergleich zu einem 300-%-Crop. Das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS bewahrt selbst bei einer derart starken Vergrößerung beeindruckende Details und eine hohe Schärfe.

400-mm-Vollformataufnahme im Vergleich zu einem 300-%-Crop. Das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS bewahrt selbst bei einer derart starken Vergrößerung beeindruckende Details und eine hohe Schärfe.

Außergewöhnliche Auflösung und enormes Crop-Potenzial

Ein Aspekt, der mich während meines Tests besonders beeindruckte, war die enorme Detailauflösung des Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS.

Der Vergleich oben zeigt eine Originalaufnahme bei 400 mm neben einem 300-%-Crop desselben Fotos. Selbst bei dieser extremen Vergrößerung bleibt das Bild überraschend gut nutzbar und bewahrt eine beeindruckende Menge an Details. Federstrukturen, Texturen und feine Übergänge bleiben deutlich sichtbar und demonstrieren das außergewöhnliche Auflösungsvermögen des Objektivs.

Alle Testaufnahmen entstanden mit der Sony Alpha 7R VI. Dabei wurde schnell deutlich, dass dieses Objektiv dafür entwickelt wurde, die Möglichkeiten moderner hochauflösender Sensoren voll auszuschöpfen. Gemeinsam bilden das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS und die Sony Alpha 7R VI eine hervorragende Kombination, die bemerkenswerte Schärfe, Detailreichtum und Flexibilität bietet.

Was ich bei der Nachbearbeitung besonders schätzte, waren die großen Reserven der Dateien. Egal ob beim Croppen, bei Kontrastanpassungen oder beim Herausarbeiten feiner Details in Lightroom – die Bilder ließen sich hervorragend bearbeiten und behielten während des gesamten Bearbeitungsprozesses eine natürliche und hochwertige Anmutung.

Fairerweise muss man sagen, dass auch das Sony FE 400–800 mm F6.3–8 G OSS eine hervorragende Bildqualität und einen beeindruckenden Detailreichtum lieferte. Beim direkten Vergleich der Dateien hatte das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS für mich jedoch durchgehend einen leichten Vorteil bei der Gesamtbildqualität. Der Unterschied ist nicht dramatisch, wird aber sichtbar, wenn man sich während der Bearbeitung intensiv mit den Dateien beschäftigt und versucht, aus hochauflösenden Aufnahmen die maximale Detailmenge herauszuholen.

Für Fotografen, die ihre Bilder häufig croppen oder mit extrem hochauflösenden Kameras arbeiten, kann dieses zusätzliche Niveau an optischer Leistung einen spürbaren Unterschied machen.

Classic American car wheel photographed with the Sony FE 100-400mm F4.5 GM OSS, showcasing exceptional sharpness, color reproduction, contrast, and fine detail rendering.

Detailaufnahme eines Oldtimers mit dem Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS. Feine Texturen, Chromreflexionen und satte Farben werden mit außergewöhnlicher Klarheit und Präzision wiedergegeben.

Schärfe, Farben und Bokeh über den gesamten Zoombereich

Nachdem ich einige Zeit mit dem Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS verbracht hatte, wurde eines sehr deutlich: Die Bildqualität ist über den gesamten Zoombereich hinweg außergewöhnlich.

Egal ob bei architektonischen Details, Wildtieren oder Motiven wie dem oben gezeigten Oldtimer – das Objektiv liefert konstant eine herausragende Schärfe, einen hervorragenden Kontrast und eine schöne Farbwiedergabe. Feine Details werden mit bemerkenswerter Klarheit dargestellt, während Texturen, Reflexionen und subtile Tonwertübergänge natürlich und realistisch wirken.

Ebenso beeindruckt hat mich die Qualität des Bokehs. Für ein Telezoomobjektiv ist die Trennung zwischen Motiv und Hintergrund überraschend weich und angenehm. Motive heben sich auf natürliche Weise von ihrer Umgebung ab, ohne dass das Bild künstlich oder übermäßig bearbeitet wirkt.

Einer der größten Vorteile eines solchen Objektivs besteht darin, Bilder aufnehmen zu können, die viele Fotografen mit einer Standardausrüstung schlicht nicht realisieren können. Der große Brennweitenbereich eröffnet völlig neue kreative Möglichkeiten. Details können gezielt isoliert, Perspektiven verdichtet und Bildkompositionen entdeckt werden, die ansonsten verborgen bleiben würden.

Natürlich hat dieses Leistungsniveau seinen Preis. Mit einem Verkaufspreis von rund 4.999 € richtet sich das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS eindeutig an ambitionierte Enthusiasten mit entsprechendem Budget sowie professionelle Fotografen, die bei ihrer Arbeit auf die höchstmögliche Bildqualität angewiesen sind.

Dennoch hat Sony hier ein außergewöhnliches Telezoomobjektiv geschaffen. Es kombiniert eine herausragende optische Leistung, einen exzellenten Autofokus, eine wunderschöne Bildwiedergabe und ein überraschend gutes Handling in einem Gesamtpaket, das man nur schwer nicht bewundern kann. Nachdem ich das Objektiv während meines Praxistests einige Zeit verwenden konnte, hätte ich es am liebsten gar nicht mehr zurückgegeben.

Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS – Technische Daten

SpezifikationSony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS
ObjektivanschlussSony E-Mount
FormatVollformat (35 mm)
Brennweite100–400 mm
APS-C-Äquivalent150–600 mm
Maximale BlendenöffnungF4.5 (konstant über den gesamten Zoombereich)
Minimale BlendenöffnungF32
Blendenlamellen11 (kreisförmige Blende)
Optischer Aufbau28 Elemente in 20 Gruppen
Naheinstellgrenze0,64–1,5 m
Maximale Vergrößerung0,25×
BildstabilisierungOptical SteadyShot (OSS)
Filterdurchmesser95 mm (Frontfilter)
Telekonverter-KompatibilitätSony 1,4×- und 2,0×-Telekonverter
GegenlichtblendeRunde Bajonett-Gegenlichtblende
Abmessungen (Durchmesser × Länge)119,8 × 328 mm
Gewicht1.840 g
ZoommechanismusManuell
WetterschutzStaub- und feuchtigkeitsresistent
Mitgeliefertes ZubehörGegenlichtblende, Objektivtasche, Objektivgurt, Front- und Rückdeckel, Einsteckfilterhalter

Die wichtigsten technischen Daten für den Praxiseinsatz

Technische Daten erzählen selten die ganze Geschichte, doch einige Werte fallen sofort ins Auge. Besonders beeindruckend ist die konstante Lichtstärke von F4.5 über den gesamten Zoombereich. Dadurch bleiben Belichtung und Freistellung des Motivs von 100 mm bis hin zu 400 mm konstant.

Ein weiteres Highlight sind die vergleichsweise kompakten Abmessungen und das Gewicht. Mit 1.840 g ist das Objektiv sicherlich kein Leichtgewicht. In Anbetracht seiner optischen Leistung und seines Brennweitenbereichs bleibt es jedoch überraschend praxistauglich für Wanderungen, Wildlife-Fotografie und lange Tage draußen in der Natur.

In Kombination mit Sonys Optical-SteadyShot-Bildstabilisierung und der Kompatibilität mit dem 1,4×- sowie dem 2,0×-Telekonverter bietet das Sony FE 100–400 mm F4.5 GM OSS eine außergewöhnliche Vielseitigkeit für Fotografen, die sowohl Reichweite als auch eine hohe Bildqualität benötigen.

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